Die Elektroauto-Batterie der Zukunft

Bei Kritik an Elektroautos steht die Frage nach der Reichweite oft im Mittelpunkt. Aktuell sind verhältnismäßig kurze Reichweiten von 100 bis 200 Kilometer die Regel – doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Auf der Suche nach der Batterie der Zukunft liefern sich aktuell zahlreiche Start-Ups ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Elektroauto-Batterie der Zukunft

Das Rückgrat der Branche: Lithium-Ionen-Batterien

Bisher stecken Elektroauto-Hersteller ihr Vertrauen in Lithium-Ionen-Batterien. Diese liefern aktuell noch die besten Werte, wenn man auf Leistung, Sicherheit und Lebensdauer schaut. Auch sind Lithium-Ionen-Batterien verhältnismäßig günstig, betrachtet man das Verhältnis von Preis und Leistung. Klar ist jedoch, dass sich die Reichweite von Elektroautos in den kommenden Jahren vergrößern wird – und muss. Experten gehen davon aus, dass sich in den kommenden 7 Jahren der Energiegehalt von Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln lässt und somit Reichweiten von 500 Kilometern zum neuen Standard werden. Diese Zahlen sollten auch die letzten kritischen Stimmen verstummen lassen und spiegeln gleichzeitig die rapide Entwicklung der Elektroauto-Branche wider. Doch noch ist nicht klar, ob sich Lithium-Ionen-Batterien im Rennen um die Batterie der Zukunft durchsetzen werden, denn zahlreiche Start-Ups arbeiten bereits mit Hochdruck an neuen Akku-Technologien und möchten den Markt revolutionieren.

Alternativen zur Lithium-Ionen-Batterie für  Elektroautos

Auf der Suche nach der Elektroauto-Batterie der Zukunft geht die Forschung verschiedene Wege. An der Uni Gießen setzt man auf Lithium-Sauerstoff- und Natrium-Sauerstoff-Batterien. Auch wenn momentan noch keine praktische Anwendung möglich ist und die Forschung noch weitere Jahre benötigt, geht man davon aus, dass die neue Technologie eine deutlich höhere Reichweite ermöglichen wird. In Chicago hingegen erforscht man am Joint Center for Energy Storage Research Lithium-Schwefel-Batterien und an einer Möglichkeit das Lithium durch Magnesium zu ersetzen. In Israel wiederum arbeitet das Start-Up StoreDot mit Hochdruck an einer neuen Batterie-Lösung basierend auf Nanomaterialien und organischen Verbindungen. Die Liste geht weiter, denn auch das US-Start-Up Ionic Materials möchte mit ihren sogenannten Feststoffbatterien den Markt auf den Kopf stellen. Hierbei wird ein festes Polymer als Elektrolyt entwickelt um Batterien in Zukunft noch sicherer zu machen. Mittlerweile ist auch die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz in das Projekt von Ionic Materials eingestiegen und hofft auf schnelle Erfolge im Bereich Feststoffbatterien.

Bauen Start-Ups die Elektroautobatterie der Zukunft?

Gerade weil es im Rennen um die Batterie der Zukunft noch keinen klaren Sieger gibt, sträuben sich die großen Automobilhersteller davor eigene Batterien zu produzieren. Besonders die Produktion von Batteriezellen ist ein Problem, denn um beispielsweise eine Batteriezellen-Fabrik mit einer Produktionskapazität von 8 Gigawattstunden Speicherleistung pro Jahr zu bauen, müsste fast eine Milliarde Euro investiert werden. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland zwar Fabriken, die Batterien zusammenbauen, die Energiezellen werden aber nach wie vor aus dem Ausland importiert. Es scheint, als hätten sich die großen Automobilhersteller fast komplett aus der Forschung zurückgezogen, um diese Aufgabe an kleineren Start-Ups abzugeben. Sind diese erfolgreich, werden die Start-Ups nicht selten einfach aufgekauft oder mit Exklusivverträgen ausgestattet. So hält sich die Elektroauto-Branche alle Türen offen und beobachtet die Entwicklungen aus sicherer Entfernung. Es bleibt spannend, denn welche Technologie am Ende in Serie kommt ist noch unklar – diese Frage wird aber mit Sicherheit in den nächsten Jahren beantwortet. Ideen gibt es ja genug!

Quelle: SPIEGEL ONLINE

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