Klimabilanz von Elektroautos: Auf diese zwei Faktoren kommt es an

Das Elektroauto ist zwar klimafreundlicher als Diesel und Benziner, aber wie deutlich der Unterschied ausfällt, hängt vor allem vom Strom-Mix und der Batterie-Herstellung ab. Das geht aus einer neuen Untersuchung hervor. Die Studie wirft Licht auf die tatsächliche Klimabilanz von Elektroautos und gibt Auskunft über die Amortisationszeit.
Elektroauto-Tesla
Vorgelegt wurde Sie von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Die Klimabilanz der Elektroautos erstellten die Experten, indem Sie die Treibhausgas(THG)-Emissionen berechneten, die bei der Herstellung anfallen. Eine der zentralen Erkenntnisse ist, dass die Batterie einen Großteil der Emissionen in der Klimabilanz des Elektroautos ausmacht: Ganze 40% der benötigten Energie werden für die Fertigung der Lithium-Ionen-Batterie verwendet.

Elektroautos amortisieren sich nach 3,6 Jahren

Der Energieaufwand für die Batteriefertigung unterscheidet sich allerdings je nach Strom-Mix und Art der Batterieherstellung deutlich. So variieren die CO2-Emissionen zwischen 60 kg und 212 kg pro Kilowattstunde. Das zeigt, wie wichtig eine ausgereifte Technik bei der Batterie-Herstellung und die Zusammensetzung der jeweiligen Strom-Kombination sind. Da in Deutschland Kohlekraftwerke noch einen erheblichen Anteil am Strom-Mix haben, ist die Elektroauto-Klimabilanz schlechter als sie sein könnte. Eine optimierte Zusammenstellung verkürzt auch die Amortisationsdauer wesentlich.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass sich ein Elektroauto unter den derzeitigen Bedingungen nach etwa 50.000 gefahrenen Kilometern amortisiert. Wer also einen deutschen Strom-Mix nutzt und beispielsweise 14.000 km pro Jahr fährt, braucht dafür etwa 3,6 Jahre. Hier zeigt sich, warum die Stromzusammenstellung eines Landes eine so große Rolle spielt: Gäbe es in Deutschland nur Strom von Photovoltaikanlagen, würde sich das Elektroauto schon nach 1,6 Jahren amortisieren.

Zu wenig Investitionen in Forschung und Entwicklung von Elektroautos

Das bedeutet, die Anschaffung eines Elektroautos rechnet sich in Hinblick auf die Klimabilanz erst mittelfristig. Soll sich die Klimabilanz der Elektroautos verbessern, müssen nach Meinung der Wissenschaftler die Batterien zukünftig umweltfreundlicher hergestellt werden. Dafür müssen Hersteller bei der Wahl der Produktionsstätte die lokalen Bedingungen stärker als bisher berücksichtigen, insbesondere den Strom-Mix vor Ort.

Aber egal ob mit Brennstoffzelle oder Lithium-Batterie: Elektroautos sind der Studie zufolge die einzig realistische Option, um erneuerbaren Energien flächendeckend in den Verkehr einzubinden. Bislang werde jedoch noch zu wenig in Forschung und Entwicklung investiert. Die Studie soll mit diesen Ergebnissen vor allem einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte leisten.

Quelle: INGENIEUR.de

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