Künstliche Motorgeräusche für Elektroautos

Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Autokauf für ein Elektro- oder Hybridmodell. Diese erzeugen allerdings fast keine Fahrgeräusche und werden im Straßenverkehr leicht überhört. Aus diesem Grund müssen ab Juli 2019 alle neu entwickelten Elektroautos künstliche Warngeräusche von sich geben. Doch das stößt auch auf Kritik!
Autolärm

Mehr Sicherheit durch Motorgeräusche – Vorbild USA

Unsere Straßen sind geprägt von Abgasen und Lärm. Eigentlich sollte man sich freuen, dass Elektroautos immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Die technologischen Errungenschaften im Bereich der E-Mobilität haben in den letzten 10 Jahren bahnbrechende Erfolge gefeiert. Elektroautos haben eine Reichweite von bis zu 1.000km, stoßen keinen Kohlendioxid aus und geben fast keine Geräusche von sich. Was auf den ersten Blick als etwas positives wahrgenommen wird, scheint sich allerdings zu einem Problem zu entwickeln. Zwar ist es prinzipiell erstrebenswert, dass Autos leiser werden, allerdings ist es laut einer Studie der amerikanischen Straßenverkehrsbehörde auch noch etwas anderes – unsicher! Deshalb gibt es in den USA bereits seit Anfang 2017 ein Gesetz, dass Elektroautos künstliche Motorgeräusche vorschreibt. Gerade dann, wenn die Geschwindigkeit von Elektro- und Hybridmodellen unter 30km/h fällt, gehen kaum noch wahrnehmbare Geräusche von diesen aus. Jetzt will die EU nachziehen, ganz nach dem Vorbild der USA.

Künstlicher Sound für E-Autos ab Juli 2019 auch in der EU Pflicht

Die Ergebnisse der amerikanischen Studie waren so überzeugend, dass auch in der EU ab Juli 2019 alle neu zugelassenen Elektro- und Hybridautos künstliche Warngeräusche beim Unterschreiten einer Geschwindigkeit von 20km/h erzeugen müssen. Damit ist das europäische Gesetz nicht ganz so streng, wie beim Vorbild aus der USA – dennoch wird sich durch Einführung des neuen Gesetztes viel auf den Straßen ändern. Doch ist es nicht paradox, dass Autos künstlich laut sein müssen? Können wir uns nicht daran gewöhnen, auch ohne akustischem Signal beim Überqueren der Straßen aufzupassen? Diese Frage stellt sich auch das Umweltbundesamt, das klar Stellung bezieht: „Akustische Dauersignale für Elektroautos (sollten) aus Gründen des Lärmschutzes nicht eingeführt werden.“ Die Debatte geht weiter, denn seit vielen Jahren ist es ein Hauptziel der Autoindustrie Autos leiser werden zu lassen. Dass wir diese nun künstlich lauter machen, hätte sich vor 20 Jahren wohl niemand vorstellen können.

Quelle: INGENIEUR.de

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