Lieferengpässe bei Elektroautos wegen hoher Nachfrage

Jahrelang beklagte sich die Automobilbranche über ein zu geringes Interesse der Kunden an Elektroautos. Jetzt hat sich der Spieß umgedreht, denn immer häufiger kommt es zu Lieferengpässen auf Grund von zu hoher Nachfrage. Wer ein E-Auto kaufen will, muss warten – und zwar lange!
Lieferengpässe bei Elektroautos

Von 0 auf 100 in zehn Jahren!

Zu Beginn hatte es die E-Auto-Branche wirklich nicht einfach. Wenige Lademöglichkeiten, geringe Reichweiten, zu hohe Preise, Anfälligkeit für Hitze und Kälte – für Kunden gab es viele gute Gründe die neue Technologie mit Kritik zu strafen. Doch Kritik hätte die Branche verkraftet, jedoch nicht die daraus resultierenden geringen Verkaufszahlen. Das Projekt Elektroauto schien beendet, bevor es überhaupt richtig an Fahrt gewonnen hatte.

Doch dann kam wie aus dem Nichts 2008 der Tesla Roadster auf den Markt – und der Elektro-Hype begann. Denn Elon Musks Elektroautohersteller Tesla veränderte mit dem sportlichen Flitzer den Markt von einem Tag auf den anderen: ein schickes Elektroauto mit Reichweite, Spitzengeschwindigkeit und Beschleunigungswerten, die nicht einmal die schnellsten Benziner erreichen können! Der Durchbruch war geschafft – das Image des Elektroautos änderte sich vom lahmen, hässlichen Entlein zum sportlichen, eleganten Falken. Die Konkurrenz staunte nicht schlecht und brauchte fast ein Jahrzehnt um den technischen Stand des Roadsters zu erreichen. Doch heute ist es soweit – fast alle Elektroautohersteller bringen E-Autos auf den Markt, die durch hohe Reichweite, schnelle Ladezeit und schönes Design überzeugen können. Mit dieser Entwicklung begann aber auch die Zeit der Lieferengpässe und Wartezeiten – denn diese liegen aktuell bei bis zu einem Jahr.

Wurde die hohe Nachfrage nach Elektroautos falsch eingeschätzt?

Egal ob deutsche E-Autos wie beispielsweise der Smart Fortwo ED, oder Modelle aus Übersee – es muss mit saftigen Wartezeiten gerechnet werden. So wartet man beim kleinen Stadtflitzer voraussichtlich bis Anfang 2019, wenn man heute seinen Kaufvertrag unterschreibt. Wartezeiten von bis zu 12 Monaten gibt es auch beim Tesla 3, sowie dem südkoreanischen Hyundai Ioniq Elektro. Allein der Transport der Autos nach Europa dauert aktuell noch mehrere Wochen. Mit etwa 10 Monaten rechnet man bei VW für die Auslieferung ihrer Elektrovariante des beliebten Golfs, dem Golf E. Egal wo man fragt, überall bekommt man die gleiche Antwort: Grund für die Engpässe ist eine sehr hohe Nachfrage, die die anvisierten Planungen bei weitem übertrifft.

Demnach sind die Hersteller dafür verantwortlich, dass heute nicht mehr Elektroautos auf den Straßen der Welt zu finden sind – nicht ganz ohne Ironie, denn noch vor wenigen Jahren beklagte man sich ausgiebig über das geringe Interesse an E-Mobilität. Es gibt jedoch auch einige wenige Hersteller, die sich besser auf die hohe Nachfrage vorbereitet haben. So gibt es den Nissan Leaf, sowie den Renault Kangoo ZE bereits nach einem halben Jahr. Die Renaults Twizy und Zoe sowie die Tesla Modelle S und X nach etwa 5 Monaten und den BMWi3 sowie den Opel Ampera-E schon nach etwa drei bis vier Monaten Wartezeit. Klar, Wartezeiten von drei bis sechs Monaten sind nicht wenig, aber als zukünftiger E-Auto-Besitzer ist es nicht schlecht sich schon einmal in Geduld zu üben. Dann ist auch die Überraschung an der Ladesäule später nicht mehr so groß.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 5,00 (13 Stimmen)

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.